Technologieregion Arberland: Innovativ – und auch weiblich

Welche Bedeutung haben Frauen heute in Technologiebetrieben

Foto: pedagrafie – Marcel Peda

Keine Frage, die Wirtschaftskraft im Landkreis Regen braucht sich wahrlich nicht verstecken. Das Gebiet rund um den Arber hat sich in den vergangenen Jahrzehnten neben seinen Schwerpunkten im Handwerk, Tourismus und in der Glaswirtschaft zu einem zukunftsorientierten High-Tech-Standort entwickelt.

So liegt beispielsweise mehr als jeder zweite niederbayerische Arbeitsplatz aus der Branche Optik und Feinmechanik sowie jeder fünfte aus der Elektronik im Arberland. Ebenso wie sich das Portfolio der Produkte rund um Regen, Viechtach und Zwiesel in den vergangenen Jahren verändert hat, hat sich auch das Bild der (berufstätigen) Frau gewandelt – von der Hausfrau und Mutter zur nicht mehr weg zu denkenden spezialisierten Fachkraft.

Da Hog’n hat sich im Arberland umgehört, welche Bedeutung Frauen heute in Technologiebetrieben haben.

Attraktive Entwicklungsmöglichkeiten für Frauen

Qioptiq in Regen

Christina Zelzer, Personalleiterin von Qioptiq, ist gebürtige Regenerin – und ein Musterbeispiel der oft gewünschten, hochqualifizierten Rückkehrerin. Nach ihrem Schulabschluss machte die junge Frau einen, wie sie es nennt, „14-jährigen Ausflug“ nach München. Zunächst studierte sie BWL an der LMU München und arbeitete im Anschluss im Personalwesen, zuletzt als als sog. Senior Professional Human Resources. Trotz der steilen Karriere in der Landeshauptstadt wollte sich Christina Zelzer weiterentwickeln.

Glücklicherweise suchte das Regener Optikunternehmen „Qioptiq“ zum damaligen Zeitpunkt eine Führungskraft im Bereich Personal. „Zunächst war ich skeptisch, weil ich zuvor bei einem Dienstleistungsunternehmen tätig war und eigentlich nicht in einen produzierenden Betrieb wollte. Ich war jedoch gleich beim ersten Vorstellungsgespräch, bei der auch eine Werksführung auf dem Programm stand, sehr von Qioptiq begeistert“, erinnert sich Christina Zelzer.

Als Personalleiterin in einer mutmaßlichen Männerdomäne fühlte sie sich vom ersten Moment an vollkommen akzeptiert. Und das kommt nicht von ungefähr – denn Frauen spielen bei Qioptiq eine große Rolle: 50 Prozent der Belegschaft sind weiblich – und auch in der Unternehmensleitung sind Damen ausdrücklich erwünscht. „Frauen haben bei uns die gleichen Möglichkeiten, sich weiter zu qualifizieren und weiter zu entwickeln wie Männer. Egal, ob als Fachkraft oder in leitender Position. Unsere jüngste Führungskraft ist dreifache Mama und war zuvor Mitarbeiterin in der Abteilung, der sie nun vorsteht.“

Das wird auch unterstützt durch familienfreundliche Arbeitszeitmodelle. Qioptiq hat schon sehr früh sog. Job-Sharing Arbeitsplätze geschaffen, die es Müttern in Teilzeit erlauben, sich einen Arbeitsplatz zu teilen. Dadurch können die Mütter Familie und Beruf sehr gut miteinander vereinen und der Betrieb kann zugleich auf die volle Arbeitsleistung bauen. „Dieses Modell haben wir ausgeweitet und versuchen, jeder Mutter ein passendes Arbeitszeitmodell zu geben. Und das funktioniert trotz Drei-Schicht-Betrieb sehr gut“, erläutert Christina Zelzer.

„Der positive Eindruck ist bis heute geblieben“

Rohde & Schwarz in Teisnach

Ihre Entscheidung wurde dadurch erleichtert, dass Andrea Weiß unbedingt bei Rohde & Schwarz arbeiten wollte. Ein Vorab-Praktikum spielte bei diesem Entschluss eine große Rolle. „Während dieser Zeit ist mir der Zusammenhalt zwischen Facharbeitern und Auszubildenden aufgefallen. Dieser positive Eindruck ist bis heute geblieben.“ Generell sei das Arbeitsklima beim Teisnacher Technologiekonzern sehr harmonisch, Andrea Weiß geht gerne in die Arbeit und versteht sich mit ihren Kollegen.

Rohde & Schwarz nimmt innerhalb der Familie Weiß generell eine große Rolle ein: Einerseits hatte bereits ihr Großvater im Betrieb gearbeitet, andererseits wird es gerne gesehen, wenn die Enkelin bzw. Tochter einen technischen Beruf erlernt. „Meine Familie unterstützt mich auch in beruflichen Entscheidungen. Ihr Interesse für Technik lässt mich in der Arbeit aufblühen.“

Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer wichtiger

LINHARDT in Viechtach

Nach Angaben von Geschäftsführer Erhard Krauß hat der Frauenanteil bei der Firma LINHARDT zuletzt zugenommen – von 42,88 Prozent im Dezember 2017 auf 44,05 Prozent im Januar dieses Jahres. Eine wichtige Entwicklung für den Viechtacher Betrieb, der durch das Angebot von internen Weiterbildungen versucht weibliche Arbeitskräfte zu gewinnen, zu qualifizieren und zu halten. Generell, so Erhard Krauß, habe die Damenwelt in den vergangenen Jahren immer mehr qualifizierte Stellen übernommen.

Passende Schichtmodelle, Job-Sharing, Teilzeitmöglichkeiten, Übernahme der Kindergartengebühren sowie spezielle Angebote in Sachen Wiedereinstieg nach der Elternzeit – mit diesen Programmen versucht Verpackungshersteller LINHARDT die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ein wichtiges Bedürfnis für viele Frauen bzw. Mütter, herzustellen. Insgesamt stellt der LINHARDT-Geschäftsführer fest: „Frauen sollen den Schritt in ein Technologie-Unternehmen unbedingt wagen. Es gibt bei LINHARDT zahlreiche Chancen zur Entwicklung. Diese Sparte ist die deutsche bzw. bayerische Stärke und somit unsere Zukunft – auch und besonders in unserer ARBERLAND-Region.“

Text: Onlinemagazin da Hog’n

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