S u. K Hock GmbH

S u. K Hock GmbH

Chancen ergreifen in der Krise

Nach Monaten der Leere und rot-weißer Absperrbänder kehrt das Leben allmählich in die Geschäfte, Lokale und Unternehmen des Landkreises Regen zurück. Während die zur Eindämmung der Corona-Pandemie ergriffenen Maßnahmen unserer heimischen Wirtschaft große Opfer abverlangt haben, ist es einigen Betrieben gelungen, gestärkt daraus hervorzugehen – durch neue Produktideen, einen florierenden Onlinehandel, innovative Services oder den Umstand, dass ihr klassisches Waren- und Dienstleistungsangebot den Menschen in besonderem Maße bei der Krisenbewältigung geholfen haben. Das Team Wirtschaftsförderung der Kreisentwicklungsgesellschaft ARBERLAND REGio stellt Ihnen diese Unternehmen vor.

Eine nicht weniger als systemrelevante Rolle – regional wie überregional – haben die Kunstharzspezialisten von
S u. K Hock
gespielt: „Neben den Krisenauswirkungen in der Firma galt es für mich als aktiver Ehrenamtlicher, die Situation auch von Seiten des BRK zu bearbeiten“, berichtet Geschäftsführer Franz-Josef Hock. Bis heute ist er Mitglied im entsprechenden Krisenstab. Sein bürgerschaftliches Engagement trug letztlich auch dazu bei, dass die Regener während der Pandemie zum Desinfektionsmittelhersteller und -lieferanten wurden:

„Wir führen seit Jahren Isopropanol-Alkohol im Sortiment, den wir zur Reinigung von Flächen und Werkzeugen anbieten“, erzählt Hock. „Als die Ressourcen im März und April so stark verknappten, dass Desinfektionsmittel kaum noch erhältlich waren, wurden über den BRK zunächst die Apotheken auf uns aufmerksam, bald schon konnten wir uns dann vor Anfragen kaum noch retten.“ Glücklicherweise waren die Herstellungsvoraussetzungen fast unmittelbar gegeben: „Durch unsere Fertigungstiefe und den erst kürzlich angeschafften fabrikneuen Mischer konnten wir innerhalb einer Woche bereits mit Losgrößen von 100 Litern arbeiten und erweiterten bald auf 1.000 Liter.“ Gesondert investiert werden musste lediglich in die Qualitätssicherung.

„Durch den enormen Bedarf im März, April und zum Teil auch noch im Mai waren wir im neuen Segment natürlich stark gefordert: Der Einkauf kämpfte um jeden Tropfen Alkohol und jede leere Verpackungseinheit. Unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung hat ihr gesamtes Personal an die Produktion abgetreten. Es war eine große, aber dankbare Herausforderung.“ Mittlerweile sei der Bedarf gesättigt: „Einige wenige Kunden, darunter auch ein Klinikum, bestellen noch regelmäßig – auch als Zeichen der Dankbarkeit, jetzt wo sich die Lage endlich entspannt.“ Dauerhaft im Sortiment behalten werde Hock seine Desinfektionsmittel vermutlich nicht. „Bis September 2020, und natürlich in jeder neuen Notsituation, liefern wir aber weiterhin – an Friseure, Gastronomie, Schulen sowie viele andere Bedarfsstellen.“

Wie man bei S u. K Hock die Krise gemeistert hat? Der Geschäftsführer überlegt. „Durch Zusammenhalt! Und in gutes Netzwerk.“ Neben Desinfektionsmitteln habe man Kliniken und Pflegediensten auch mit FFP2-Schutzmasken ausgeholfen. „Hier konnte ich auf Kontakte in China zurückgreifen, die uns schnell zu sehr fairen Preisen versorgten.“ Ob die Einsicht in die Notwendigkeit einer neuen Solidarität gesamtgesellschaftlich verinnerlicht wurde, wolle er nicht beurteilen: „Ich kann lediglich sagen, dass auf meine Familie, meine Mitarbeiter und auch viele Lieferanten Verlass war und ist – und wir auch nur so gemeinsam nach vorne gehen konnten.“

 

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