Große Resonanz für Ausbildungstour des „Netzwerks Glas“!

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Zwieseler Realschüler und Regener Mittelschüler erkunden Betriebe der Glasregion ARBERLAND

Glasfachschule

Viele handgefertigte Ausstellungsstücke konnten die Schüler in der Glasfachschule Zwiesel bestaunen.

 

Sie ist bereits eine feste Institution in Sachen Nachwuchsgewinnung, die Ausbildungstour des „Netzwerks Glas“ – und mittlerweile so beliebt bei Jugendlichen, dass Regionalmanager Stephan Lang und sein Team der Kreisentwicklungsgesellschaft ARBERLAND REGio GmbH interessierte junge Leute auf einer zusätzlichen Sonderfahrt durch die Glas-, Optik- und Technikfirmen im Landkreis Regen begleiten. Davon profitierten 56 Schülerinnen und Schüler der Realschule Zwiesel und der Mittelschule Regen von diesem Angebot.

„Da haben wir heute aber was vor!“ – Dass es „den“ Glasberuf nicht gibt, das merkten die jungen Leute bereits, als sie ihr Reiseprogramm in Augenschein nahmen: Aufgeteilt in zwei Gruppen sollten die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler der Mittelschule Regen und Realschule Zwiesel auf Erkundungstour durch acht glasverarbeitende Betriebe und die Glasfachschule Zwiesel im Landkreis Regen gehen. 30 Ausbildungsberufe gab es hier insgesamt zu entdecken. Regionalmanager Stephan Lang und Projektassistentin Andrea Kreitmayr freut es: „Wir haben 2015, als das ‚Netzwerk Glas‘ unter dem Dach der ARBERLAND REGio GmbH firmierte, mit der Ausbildungstour begonnen. Bereits ein Jahr später konnten wir uns von 50 auf über 250 Teilnehmer steigern und bieten mittlerweile sogar Zusatztermine an. Unsere Initiative zur Imageverbesserung und Nachwuchssicherung der Glasbranche findet bei den Jugendlichen große Resonanz.“
Los ging es für die Regener Mittelschüler in der Traditionsglashütte Valentin Eisch in Frauenau. Hier erklärte Seniorchef Alfred Eisch bei einer Werksführung, dass sich der Betrieb bewusst durch Qualität, handgearbeitete Einzelstücke und innovative Produktionsware – wie das atmende Glas oder den nichttropfenden Dekanter – von Günstigglasherstellern abgrenzen wolle. Die jungen Leute durften versierte Glasbläser bei der Herstellung eines Champagnerkelchs beobachten und bewunderten formschöne Karaffen, die edle Getränke erst zum Genuss werden lassen.
Gemeinsamer Anlaufpunkt beider Extratouren war die Glasfachschule Zwiesel. Hier fanden die Jugendlichen ein modernes und international renommiertes Berufsbildungszentrum vor. Bevor Schulleiter Hans Wudy die Führung seinen Abschlussschülerinnen überließ, berichtete er von der Entstehung der schulgeldfreie Ausbildungsstätte für Glas und Optik mit den Schwerpunkten Industrie, Handwerk und Design. In den Räumlichkeiten für Apparatebau, Glasmalerei, -bläserei und -schleiferei schauten die Gäste einer Reihe hochkonzentrierter Schüler über die Schulter: Sie bearbeiteten gerade kreative Eigenentwürfe für verschiedene Wettbewerbe.
Weiter ging es zur Zwiesel Kristallglas AG. Dort erklärte Felix Dolejsch anhand eines Filmbeitrages die Bedeutung und Formvielfalt des Rot- und Weißweinglases. Die Zwiesel Kristallglas AG achtet bei der Produktion auf ein streng gehütetes Mischverhältnis beim Rohstoff Glas, das dieses besonders bruchsicher macht. Dolejsch führte die Gruppe durch die Produktionshalle, wo sie die maschinelle Produktion vom heißen Tropfen Glas bis zum fertigen Trinkglas beobachten konnten.
Anschließend war man zu Gast bei der Firma IWG Ingenieurbüro Wagenbauer Glasofenbau GmbH in Zwiesel. Zunächst stellte Heike Schneider den Betrieb vor, danach durften die Jugendlichen sich auch in der Werkstatt umsehen. Die Firma IWG bietet Planung, Bau und Inbetriebnahme von Glasschmelzanlagen an. Zum großen Interesse der Schülerinnen und Schüler erzählte der technische Leiter Markus Schreder, dass man seine Fachkräfte im Haus gern selbst ausbilde, um sie dann, bei gegenseitigem Gefallen, in eine feste Anstellung übernehmen zu können.
Seinen Abschluss fand „Tour 1“ in Bodenmais bei der frühlingshaft dekorierten Joska Kristallglas GmbH. Betriebsleiter Alois Adam informierte die jungen Leute über Glasveredelung und Pokalanfertigung und berichtete, wie viele internationale Sport-Events Trophäen aus Bodenmais für ihre Siegerehrungen vergeben. Dabei machte Adam deutlich, dass man im Handwerk nicht so schnell auslernt: So dauert die Ausbildung zum Glasbläser zwar ganz regulär drei Jahre, man lerne jedoch im Glasbereich nie aus.

Nachdem man zum Auftakt der Ausbildungstour die Glasfachschule Zwiesel besucht hatte, führte die zweite Station die Teilnehmer der Realschule Zwiesel nach Frauenau, in die Glasmanufaktur von Poschinger. Dort wurden die jungen Leute mit verschiedenen manuellen Fertigungstechniken vertraut gemacht und bestaunten mundgeblasene Sonder- und Einzelstücke für Kunden aus aller Welt: Lampen, Glasstürze, aber auch Ersatzglasobjekte. Einer der Glasmacher arbeitete gerade an einer halboffenen Blütenlampe, die den Modellen in einem französischen Sternehotel nahekommen soll. Hier sind Präzision und Kreativität Trumpf. Doch auch ein renommiertes Traditionshaus mit bald 450 Jahren Betriebsgeschichte bekommt den Fachkräftemangel zu spüren: Bereits seit einigen Monaten sucht die Glasmanufaktur händeringend nach einem Holzformendreher.
Im Anschluss besuchte man das malerische Glasdorf Weinfurtner in Arnbruck. Richard Weinfurtner präsentierte zum einen die hauseigene Flachglasherstellung für individuelle Baulösungen, zum anderen die weitläufige Einkaufs- und Wohlfühlwelt, die Kunden zum Verweilen, Träumen und Entspannen einlädt. Bei allem beruflichen Tun nannte Weinfurtner Begeisterung und Kreativität als essenzielle Werte. Mit Eis, Kuchen und einer deftigen Mahlzeit wurden die jungen Glasinteressenten anschließend im kulinarischen Bereich des Glasdorfes verwöhnt.
Glas aus einem völlig anderen Blickwinkel wurde bei der Firma Qioptiq GmbH & Co. KG in Regen gezeigt. Ausbildungsleiter Josef Eiter und Anton Binder führten bei einem spannenden Betriebsrundgang die Entwicklung und Produktion innovativer Optiklösungen und photonischer Produkte vor. Beeindruckt waren die jungen Gäste, dass Qioptiq-Produkte nicht nur in der Medizin und Rüstung, sondern auch in der Raumfahrt verwendet werden. Die kleinste produzierte Linse misst lediglich zwei Millimeter Durchmesser und wird in der Endoskopie eingesetzt.

Voll neuer Eindrücke traten die beiden Schülergruppen schließlich die Heimreise an. Stephan Lang und Projektassistentin Andrea Kreitmayr zogen ein positives Fazit: „Die heimische Glasbranche hat jungen Leuten eine Menge zu bieten. Wenn wir einige von ihnen zum Praktikum oder zur Bewerbung inspirieren, konnten wir einen wichtigen Beitrag leisten.“

Das Netzwerk Glas wird gefördert durch:

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